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Die Vitamin-Versuchung Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Folgenden Text haben wir in der Neuen ZĂĽrcher Zeitung gefunden, geschrieben von Sabine Suetterlin:


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Die Vitamin-Versuchung

Verschiedene Studien zeigen: Vitamin-Supplemente können auch schaden, und künstlich hergestellte Vitamine wirken oft anders als natürliche

Von Sabine SĂĽtterlin/NZZ 8.2.2004

Vitamine sorgen für Fitness, Gesundheit und ewige Jugend, sagen die einen. Je mehr, desto besser. Allzu viele Vitamine können krank machen, sagen andere. Wer hat recht? Der verwirrte Konsument sucht im Internet Rat - und ist erst einmal verblüfft: Das Stichwort "Vitamine" zaubert Dutzende von Angeboten für Pulver und Pillen in allen Preislagen auf den Bildschirm. Auch die Kombination mit genaueren Suchbegriffen wie "Überdosierung" führt immer wieder auf diesen virtuellen Marktplatz.

Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen muss der Konsument im Internet mit der Lupe suchen. Aber es gibt sie, zum Beispiel auf der Homepage des Schwimmvereins Limmat ZĂĽrich. Der empfiehlt ratsuchenden Sportbegeisterten ZurĂĽckhaltung im Umgang mit den Vitaminen C und E, und beruft sich dabei auf einen Bericht des US-Institute of Medicine.

Was steckt dahinter? Seit der Chemie- und Friedens-Nobelpreisträger Linus Pauling im Selbstversuch grammweise Vitamin C schluckte und noch im hohen Alter agil wie ein Teenager wirkte, gilt die Substanz vielen als Versicherung gegen Erkältungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs und Alterung. Tatsächlich hat Vitamin C vielfältige Funktionen. Es wirkt beim Aufbau von Bindegewebe, Zähnen, Zahnfleisch, Blut und Knochen mit und unterstützt die Immunabwehr. Es fördert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung, hemmt die Bildung krebserregender Nitrosamine im Magen und fängt - wie auch die Vitamine A und E - die aggressiven freien Radikale in den Zellen ein. Die Natur liefert diesen nützlichen Stoff in Kartoffeln, in vielen frischen Früchten und Gemüsen. Gesundheitsbewusste und Sportler nehmen synthetisch hergestelltes Vitamin C jedoch gern als "Nahrungsergänzung" oder "Supplemente" in konzentrierter Form zu sich. Ohne Bedenken, denn jeder weiss: Was der Körper nicht braucht, landet in der Toilette.

Wahr ist, dass Vitamin C wasserlöslich ist und über die Niere ausgeschieden wird. Allerdings fällt die Aufnahmefähigkeit des Körpers schon bei über 200 Milligramm täglich, dem Doppelten der empfohlenen Tagesration, rapide ab. Der Überschuss, in Oxalsäure umgewandelt, kann zu Nierensteinen führen. Mehr als ein Gramm pro Tag kann Durchfälle und innere Blutungen hervorrufen, die Verfügbarkeit von Vitamin B12 verschlechtern und möglicherweise sogar mehr freie Radikale produzieren als neutralisiert werden. All diese Befunde brachten das Institute of Medicine, einen Ableger der amerikanischen National Academy of Sciences, im Jahr 2000 zu der Empfehlung, auf Tabletten besser zu verzichten und stattdessen den Vitamin-C-Bedarf mit täglich zwei Gläsern Orangensaft zu decken. Fast gleichzeitig präsentierte zudem ein Kardiologe von der University of Southern California die überraschenden Ergebnisse einer Studie an insgesamt 573 gesunden Männern und Frauen: In der Gruppe jener, die chronisch mehr als 500 Milligramm Vitamin C schluckten, war die Wand der Kopfschlagader zwei bis fünf Mal häufiger verdickt als bei den supplementfrei lebenden Testpersonen.

Ähnlich ernüchternd - oder sogar alarmierend - fielen die Resultate von insgesamt neun gross angelegten Studien an über 110.000 Personen aus, die in den vergangenen Jahren in Europa und den USA durchgeführt wurden: Die Einnahme von reinem Beta-Carotin, auch Provitamin A genannt, erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um 18 Prozent, insbesondere bei Rauchern. Als dies vor drei Jahren bekannt wurde, widerrief der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU flugs die bis dahin gültige empfohlene Höchstmenge. Die Vermutung, Provitamin A könnte bei Diabetes helfen, konnte ebenso wenig bestätigt werden wie jene, dass Vitamin E den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessere.

Eigentlich, so schrieb kürzlich die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) in ihrer Zeitschrift "Enährung aktuell", hätten die Forscher ihr Augenmerk speziell auf die antioxidativen Vitamine A, C und E gerichtet, weil sie "in zahlreichen Beobachtungsstudien bei Personen, die relativ viel Obst und Gemüse verzehrten, ein signifikant niedrigeres Risiko für Krebs- und kardiovaskuläre Erkrankungen" festgestellt hatten. Ein mögliche Erklärung lag in der Menge der Vitamine, die der Körper mit dieser knackigen Diät aufnimmt. Doch die isoliert verabreichten Power-Vitamine haben ganz offensichtlich nicht den gleichen Effekt.

Es sind eben nicht die Vitamine allein. Sondern erstens deren angepasste Dosierung. Und zweitens der natürliche Verbund, so die ÖGE, mit anderen Pflanzenbestandteilen, die sie ihre segensreiche Wirkung entfalten lassen. Die Evolutionsmedizin weiss längst, dass wir an eine Nahrung mit vielen verschiedenen Inhaltsstoffen angepasst sind. Im Klartext: Nur eine ausgewogene Ernährung bringt's.
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14.02.2004 23:05 k.seiler ist offline Email an k.seiler senden Beiträge von k.seiler suchen Nehmen Sie k.seiler in Ihre Freundesliste auf
 
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